Ratgeber

DNX Remote-Report 2026: Der Remote-Arbeitsmarkt in Deutschland in Zahlen

Geschrieben von Tobias Friedrich
Fachlich geprüft von Robert Moder
Veröffentlicht am
Lesezeit 6 Minuten
Inhaltsverzeichnis
Home-Office-Schreibtisch mit Laptop und Datencharts vor deutscher Stadtsilhouette, Symbolbild für den Remote-Arbeitsmarkt in Deutschland

Wie viele Menschen in Deutschland komplett ortsunabhängig arbeiten können, lässt sich erstaunlich schwer beziffern. Die meisten Erhebungen zum Arbeitsmarkt messen, wie viele Beschäftigte zumindest zeitweise im Homeoffice arbeiten, nicht das tatsächliche Angebot an Ausschreibungen, die vollständig remote besetzt werden. Wie verbreitet Remote Arbeit in Deutschland als echtes Jobangebot ist, lässt sich deshalb am besten an konkreten Inseraten ablesen.

Der DNX Remote-Report 2026 setzt genau dort an. Ausgewertet wurden alle 236 aktiven Angebote auf DNX Jobs, die zu 100 Prozent remote ausgeschrieben sind, Stand August 2026. Die Auswertung zeigt, welche Branchen den Markt tragen, wo die ausschreibenden Unternehmen sitzen und wie Remote Work formal ausgeschrieben wird. Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick:

Executive Summary: fünf aktuelle Zahlen zum Remote-Arbeitsmarkt

Infografik mit fünf Kernzahlen des DNX Remote-Reports 2026: 236 aktive Remote-Jobs, 242 neue Jobs in 14 Tagen, 95,8 Prozent Vollzeit, 34 Jobs in Beratung und Consulting, 37 Ausschreibungen aus Berlin
Die fünf Kernzahlen des Remote-Reports 2026 auf einen Blick (Quelle: DNX Jobs, Stand August 2026).
  • 236 aktive Remote-Jobs waren im August 2026 auf DNX Jobs live, alle vollständig ortsunabhängig.
  • 242 neue Ausschreibungen kamen allein in den 14 Tagen vor dem Stichtag hinzu. Das Angebot erneuert sich damit schneller, als der Bestand wächst.
  • 95,8 Prozent der Angebote sind Vollzeit. Nur 10 von 236 Positionen (4,2 Prozent) richten sich an Teilzeitkräfte.
  • Beratung & Consulting ist das stärkste Berufsfeld mit 34 Ausschreibungen, knapp vor Produktmanagement (33) und Sales & Vertrieb (31).
  • Berlin führt die Standortliste der ausschreibenden Unternehmen mit 37 Inseraten, gefolgt von Hamburg mit 17.

Berufsfelder: Welche Branchen die meisten Remote-Jobs bieten

Die Kategorien räumen mit einem verbreiteten Bild auf: Wer remote arbeiten will, muss 2026 kein Entwickler mehr sein. Die Spitzenplätze belegen beratungs- und vertriebsnahe Berufe, der Bereich Entwicklung & IT folgt erst auf Rang acht.

RangBerufsfeldAktive AusschreibungenAnteil an 236 Angeboten
1Beratung & Consulting3414,4 %
2Produktmanagement3314,0 %
3Sales & Vertrieb3113,1 %
4Audio & Video218,9 %
5Community Management208,5 %
6Content & Texte208,5 %
7Online-Marketing198,1 %
8Entwicklung & IT177,2 %
9Werkstudent & Praktikum177,2 %
10Design166,8 %

Mehrfachzuordnung möglich: Ein Angebot kann mehreren Berufsfeldern zugeordnet sein. Die Anteile beziehen sich auf die 236 aktiven Stellen.

Besonders stark vertreten sind digitale Berufe, in denen Kommunikation das Kerngeschäft ist. Audio & Video, Community Management, Content & Texte und Marketing stellen zusammen einen erheblichen Teil aller Inserate; gesucht werden etwa Content-Redakteure, Community Manager und Marketing Manager. Wer in Marketing oder Vertrieb zu Hause ist, hat auf dem deutschen Arbeitsmarkt derzeit die besten Chancen auf einen ortsunabhängigen Job.

Auch die Bereiche Cloud & DevOps (9) und Data & Analytics (7) zeigen, dass technische Remote-Stellen zwar vorhanden, aber nicht dominant sind. Bemerkenswert ist Rang neun: 17 Inserate richten sich an Werkstudenten und Praktikanten, ortsunabhängig arbeiten beginnt für viele schon vor dem ersten festen Job. Im Mittelfeld folgen Kundenservice (15), IT-Security (12) und Virtuelle Assistenz (12).

Standorte: Wo die Arbeitgeber sitzen, wenn alle remote arbeiten

Ein Punkt, der regelmäßig für Verwirrung sorgt: Auch vollständig ortsunabhängige Ausschreibungen tragen in der Regel ein Städte-Label. Es bezeichnet den Sitz des ausschreibenden Unternehmens oder den im Inserat genannten Ort, nicht den Arbeitsort. Ob die künftigen Mitarbeiter im Homeoffice in Leipzig, auf Mallorca oder international im EU-Ausland arbeiten, bleibt bei allen ausgewerteten Angeboten ihnen überlassen.

Fasst man Schreibvarianten und Stadtteile zusammen, ergibt sich dieses Bild:

Standort der ausschreibenden FirmaInserate
Berlin (inkl. Stadtteile)37
ohne Städte-Label („Deutschland“ / „Homeoffice“)34
Hamburg (inkl. Stadtteile)17
Stuttgart7
Freising (Landkreis)6
München, Leipzig, Hannoverje 4
Frankfurt am Main, Köln, Düsseldorf, Bremen, Neuss, Kemptenje 3

Berlin bleibt damit das Zentrum des Remote-Recruitings in Deutschland. Zugleich verzichten 34 Inserate (14,4 Prozent) auf einen Städtebezug und firmieren schlicht unter „Deutschland“ oder „Homeoffice“. Für Arbeitnehmer heißt das: Der Firmensitz sagt bei diesen Remote-Stellen nichts über den Alltag aus, gearbeitet wird ohnehin von zu Hause oder unterwegs.

Interessant sind die kleineren Orte in der Liste. Unternehmen aus Freising, Kempten, Neuss oder dem Landkreis Stade schreiben remote aus und erreichen so Mitarbeiter im ganzen Land, die sie vor Ort kaum finden würden. Verteilte Teams wirken hier als Standortausgleich zugunsten der Regionen abseits der Metropolen. Bei den aktivsten Arbeitgebern führt die Recruiting-Plattform Mercor mit 21 Ausschreibungen, vor der ADVERGY GmbH (10), Biber & Associates (9) und der DIGIT4U Gruppe (8).

Vollzeit oder Teilzeit: Wie Remote Work ausgeschrieben wird

Die Verteilung der Jobtypen fällt klar aus. 226 der 236 aktiven Angebote (95,8 Prozent) sind Vollzeitpositionen, üblicherweise also 35 bis 40 Stunden pro Woche. Lediglich 10 Inserate nennen Teilzeit, auch bei ihnen findet die Arbeit vollständig im Homeoffice statt.

Die Daten zeigen damit: Ob remote im Ausland oder Homeoffice in Deutschland, ausgeschrieben werden reguläre Festanstellungen mit vollem Stundenumfang, kein Nebenjob-Modell. Arbeitnehmer, die gezielt eine ortsunabhängige Teilzeitstelle suchen, konkurrieren dagegen um ein sehr knappes Angebot.

Zur Dynamik des Marktes: Mit 242 Neuzugängen in 14 Tagen lag der Zustrom über dem aktiven Bestand von 236 Angeboten. Inserate werden schnell besetzt oder geschlossen und laufend durch neue Angebote ersetzt. Wer aktiv sucht, sollte Inserate deshalb regelmäßig prüfen und die Bewerbung zügig vorbereiten.

Einordnung: Homeoffice in Deutschland bleibt stabil bei einem Viertel

Wie verbreitet Remote Arbeit in Deutschland insgesamt ist, zeigen unabhängige Erhebungen. Nach aktuellen Zahlen des ifo Instituts arbeiteten im Februar 2026 24,3 Prozent der Beschäftigten zumindest teilweise von zu Hause. Die Homeoffice-Quote liegt seit dem Jahr 2022 stabil bei rund einem Viertel, eine Rückkehrwelle ins Büro ist laut ifo Institut nicht messbar; eine ähnliche Größenordnung meldet das Statistische Bundesamt.

Die Branchenwerte der ifo-Erhebung decken sich mit der Kategorienverteilung dieses Reports. Bei IT-Dienstleistern nutzen 76,4 Prozent der Unternehmen Homeoffice, in der Unternehmensberatung 67,6 Prozent. Dass Beratung & Consulting die Rangliste der Remote-Ausschreibungen anführt, spiegelt genau diese Struktur der Branche. Der Arbeitsalltag dahinter ist digital organisiert: Kommunikation läuft über Tools wie Slack, Zoom und Microsoft Teams, dazu kommen klar dokumentierte Prozesse in international verteilten Teams.

Wichtig für die Einordnung ist die Abgrenzung zwischen hybridem und vollständig mobilem Arbeiten. Rund 20 Prozent aller Online-Stellenanzeigen bieten laut einer Auswertung von etwa 79 Millionen Inseraten im Auftrag der Bertelsmann Stiftung Homeoffice an, meist als hybrides Arbeiten mit zwei bis drei festen Tagen pro Woche im Büro. Homeoffice ist in Deutschland damit Alltag, aber selten an allen fünf Tagen pro Woche; vollständig ortsunabhängige Stellen bilden nur einen kleinen Teil des Marktes. Der DNX Remote-Report misst ausschließlich dieses 100-Prozent-Segment und damit die Spitze des Angebots.

Rahmenbedingungen: Recht auf Homeoffice und Homeoffice-Pauschale

Zum Gesamtbild gehören die rechtlichen und steuerlichen Eckdaten für Remote-Beschäftigte im Jahr 2026. Ein gesetzliches Recht auf Homeoffice existiert in Deutschland weiterhin nicht, und auch ein gesetzliches Recht auf mobiles Arbeiten ist nicht in Kraft. Ob jemand remote arbeiten darf, regeln Arbeitsvertrag, Arbeitgeber oder Betriebsvereinbarung. Gehaltsangaben erhebt dieser Report nicht; wer Gehalt und Konditionen vergleichen will, muss die einzelnen Inserate prüfen.

Steuerlich können Beschäftigte die Homeoffice-Pauschale nutzen: Sie beträgt 6 Euro pro Tag, also 6 Euro für jeden Tag, der überwiegend zu Hause gearbeitet wird, für maximal 210 Tage und damit bis zu 1.260 Euro pro Jahr. Wer ein separates Arbeitszimmer nutzt, sollte prüfen, ob sich stattdessen der Abzug der tatsächlichen Kosten steuerlich stärker lohnt. Diese Übersicht ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung; wer dauerhaft im Ausland arbeitet, findet erste Hinweise im Ratgeber digitale Nomaden und Steuern.

Methodik: So entstand der Report

> Datenbasis: Auswertung aller aktiven, zu 100 Prozent ortsunabhängigen Stellenangebote auf DNX Jobs, Stand August 2026. Quellen: direkte Ausschreibungen von Unternehmen sowie importierte Feeds (242 importierte Datensätze, davon 236 zum Stichtag live, redaktionell geprüft). Kategorien: redaktionelle Zuordnung, Mehrfachnennung möglich. Standort: Angabe der ausschreibenden Firma laut Inserat, nicht der Arbeitsort. Die Werte beschreiben das Angebot der Plattform, keine Hochrechnung auf den gesamten Arbeitsmarkt.

Alle ausgewerteten Angebote sind öffentlich unter dnxjobs.de/remote-jobs einsehbar und lassen sich nach Branche und Berufsfeld filtern. Die besten Strategien für die Suche bündelt der Leitfaden Remote-Job finden, Vorlagen für die Bewerbung auf Remote-Positionen enthält das kostenlose Bewerbungs-Kit.

Zitieren und Weiterverwenden

Alle Werte dieses Reports dürfen mit Quellenangabe frei zitiert werden, auch auszugsweise. Bei Verwendung bitte einen Link auf dnxjobs.de setzen. Die Grafiken stehen für redaktionelle Zwecke bereit; Presseanfragen beantwortet die Redaktion von DNX Jobs.

Geschrieben von Tobias Friedrich

Tobias Friedrich ist Mitgründer von DNX Jobs und beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Remote Work, SEO und digitalen Geschäftsmodellen. Er schreibt über ortsunabhängiges Arbeiten, die Remote-Jobsuche und das Leben als digitaler Nomade.

✓ Fachlich geprüft von Robert Moder, Geschäftsführer Progressive Media GmbH · zuletzt aktualisiert am 7. September 2026