Leben & Arbeiten im Ausland

Auswandern nach Teneriffa und auf die Kanaren: So gelingt der Start

Inhaltsverzeichnis

Ganzjährig 20 bis 28 Grad, EU-Recht, schnelles Glasfasernetz und eine der größten Remote-Work-Communities Europas. Ob du nach Teneriffa auswandern möchtest oder nach Las Palmas ziehst: Du brauchst kein Visum und bist trotzdem weit weg vom Alltag. Rund 4,5 Flugstunden trennen dich von Deutschland, die Zeitverschiebung beträgt genau eine Stunde.

Viele Menschen kennen die Kanarischen Inseln nur aus dem Urlaub, dort beginnt oft der Traum vom Auswandern. Zwischen zwei Wochen Ferien und dem echten Auswandern nach Teneriffa liegt aber ein Stück Papierkram: NIE-Nummer, Empadronamiento, Steuerfragen ab 183 Tagen. Ein neues Leben in einem fremden Land will vorbereitet sein. Dieser Guide beantwortet die wichtigsten Fragen und liefert dir Zahlen, Tipps und Erfahrungen für den Start.

Remote-Arbeitsplatz mit Laptop auf einer kanarischen Dachterrasse mit Blick auf den Teide und den Atlantik auf Teneriffa

Warum Teneriffa und Gran Canaria? Lebensqualität trifft Community

Die Kanaren gelten als Inseln des ewigen Frühlings, und das ist kein Marketing. Während zuhause der Novemberregen fällt, sitzt du nach Feierabend am Meer, zum Beispiel am Stadtstrand Las Canteras in Las Palmas. Das milde Klima über das ganze Jahr ist der Grund Nummer eins, warum tausende Deutsche jedes Jahr ihre Koffer packen. Der Süden von Teneriffa zählt mehr als 300 Sonnentage pro Jahr.

Diese Ecken solltest du dir anschauen:

  • Las Palmas de Gran Canaria: Nomaden-Hauptstadt mit urbanem Leben, Surfen vor der Haustür und Vierteln wie La Isleta und Triana
  • Süd-Teneriffa: Los Cristianos, Costa Adeje und El Médano ziehen Remote Worker an, die Sonne satt und internationale Nachbarn möchten
  • Puerto de la Cruz und La Laguna: der grünere Norden von Teneriffa, günstiger und authentischer, La Laguna gehört zum UNESCO-Welterbe
  • Santa Cruz de Tenerife: Hauptstadt mit spanischem Alltag, fairen Preisen und dem berühmten Karneval von Santa Cruz

Auch Rentner zieht es seit Jahrzehnten hierher, entsprechend groß ist die deutschsprachige Community. In den einschlägigen Gruppen teilen Ausgewanderte gerne ihre Erfahrungen mit Neulingen. Wer es ruhig mag, findet auf La Palma oder La Gomera sein Glück. Nachteile hat das Auswandern natürlich auch, etwa den berüchtigten Inselkoller oder die Distanz zur Familie. Für den Start empfehlen sich die zwei großen Inseln, weil dort Infrastruktur und Coworking-Szene am stärksten sind.

Auswandern nach Teneriffa und Co.: Visum oder nur Anmeldung?

Die Kanaren gehören zu Spanien und damit zur EU, du genießt volle Freizügigkeit. Ein Digital-Nomad-Visum wie in Nicht-EU-Ländern brauchst du nicht, einfach einreisen und bleiben genügt. Das Auswärtige Amt bestätigt auf seiner Spanien-Länderseite, dass Personalausweis oder Reisepass für die Einreise reichen.

Bleibst du länger als drei Monate, wirst du offiziell Resident. Diese Schritte stehen an:

  1. 1. NIE beantragen: Die wichtigste Nummer überhaupt. Ohne die Número de Identidad de Extranjero läuft nichts, weder Bankkonto noch Mietvertrag noch Internetanschluss.
  2. 2. Empadronamiento: Du meldest deinen Wohnsitz im Rathaus deiner Gemeinde an. Das Certificado de Empadronamiento brauchst du für viele Behördengänge.
  3. 3. Certificado de Registro de Ciudadano de la Unión: Als EU-Bürger holst du dir die grüne Residencia-Karte bei der Ausländerbehörde. Dafür weist du eine Krankenversicherung und ausreichende finanzielle Mittel nach.

Plane Zeit für Behördentermine ein, die berühmte cita previa ist oft Wochen im Voraus ausgebucht. Es hilft, wenn du Spanisch sprichst, denn viele Ämter arbeiten nur auf Spanisch. Alternativ übernimmt eine Gestoría für 50 bis 150 € pro Vorgang den Papierkram, ganz ohne Nervenverschleiß. Ein paar Brocken Spanisch öffnen dir trotzdem jede Tür, im Amt wie in der Nachbarschaft.

Lebenshaltungskosten im Überblick

Das Leben ist rund 20 Prozent günstiger als in Deutschland, vor allem Restaurants und Nebenkosten. Heizung brauchst du nie. Die Mieten in den Hotspots haben allerdings angezogen, wer eine schöne Wohnung mit Meerblick sucht, zahlt fast Preise wie daheim.

PostenKosten monatlich
Miete 1-Zimmer-Wohnung (zentral)650 bis 900 €
Essen (Supermarkt + 2x pro Woche auswärts)300 bis 450 €
Coworking (Flex Desk)100 bis 180 €
ÖPNV oder Roller30 bis 80 €
Krankenversicherung (privat/Expat)60 bis 150 €
Gesamt1.150 bis 1.750 €

Mit 1.500 € monatlich lebst du solide, mit 2.000 € komfortabel. Ein gutes finanzielles Polster solltest du trotzdem mitbringen, denn Kaution, Möbel und Gebühren summieren sich am Anfang. Viele verkaufen vor dem Abflug Auto und Hausrat, statt alles teuer zu verschiffen. Immobilien kaufen lohnt sich erst, wenn du sicher bleibst: Ein Haus oder eine Wohnung in guter Lage startet bei etwa 250.000 €. Wie du unterwegs dein Budget planst, zeigt dir unser Ratgeber zu den Kosten als digitaler Nomade.

Steuern und Krankenversicherung: Diese Regeln musst du kennen

Verbringst du mehr als 183 Tage im Jahr in Spanien, wirst du dort steuerlich ansässig und versteuerst dein weltweites Einkommen vor Ort. Das Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Deutschland und Spanien verhindert, dass du doppelt zahlst. Bleibst du nur ein paar Monate, ändert sich meist wenig. Wer dagegen dauerhaft ins Ausland zieht, sollte die Abmeldung in der Heimat sauber durchziehen.

Steuerlich sind die Inseln ein Sonderfall. Statt der spanischen IVA von 21 Prozent gilt die IGIC mit nur 7 Prozent, Grundnahrungsmittel liegen bei 0 bis 3 Prozent. Darüber hinaus können Firmen über die Sonderzone ZEC auf 4 Prozent Körperschaftsteuer kommen. Als Autónomo zahlst du in die Seguridad Social ein und bist damit staatlich krankenversichert, private Tarife mit deutschsprachigen Ärzten starten bei etwa 60 €.

Angestellte klären vor dem Umzug die A1-Bescheinigung und die Frage der Betriebsstätte mit dem Arbeitgeber. Hol dir für deinen Fall einen Steuerberater mit Spanien-Erfahrung, dieser Abschnitt ersetzt keine Rechtsberatung. Einen Überblick über typische Fallstricke gibt dir unser Guide zu Steuern für digitale Nomaden.

Internet, Coworking und Zeitzone: Dein Remote-Setup

Beim Internet gibt es keine Abstriche. Glasfaser ist fast flächendeckend verfügbar, in den Städten buchst du 300 bis 600 Mbit/s für 30 bis 40 € monatlich. Nur bei abgelegenen Fincas solltest du die Leitung prüfen, bevor du den Mietvertrag unterschreibst.

Die Coworking-Dichte ist beachtlich, viele Spaces bieten einen kostenlosen Probetag. Drei bewährte Adressen:

  • The House (Las Palmas): stylisches Coworking im Zentrum mit zwei Dachterrassen und starker Community
  • Soppa de Azul (Las Palmas): Mischung aus Coworking und Kunstgalerie, seit 2012 eine Institution
  • Coworking in the Sun (Puerto de la Cruz, Teneriffa): Coworking plus Coliving mit Events, ideal zum Ankommen und Netzwerken

Die Zeitzone ist ein unterschätzter Vorteil: UTC+0, genau eine Stunde hinter Deutschland. Dein 9-Uhr-Meeting beginnt für dich um 8 Uhr, dafür stehst du um 17 Uhr am Strand. Für die Zusammenarbeit mit deinem Team ist das praktisch kein Unterschied.

Remote Job finden: Leben und Arbeiten auf Teneriffa finanzieren

Der lokale Arbeitsmarkt lebt vom Tourismus und zahlt oft unter 1.400 € brutto. Attraktiver ist es, mit deutschem Gehalt vor Ort zu leben und zu arbeiten. In unseren Remote-Jobs bei deutschen Arbeitgebern findest du täglich neue Stellen, die du komplett ortsunabhängig erledigen kannst.

Viele Unternehmen erlauben Workation oder dauerhaftes Arbeiten im EU-Ausland, du musst im Gespräch nur sauber argumentieren. Wie das geht, inklusive Vorlagen und Tipps zur Gehaltsverhandlung aus der Ferne, zeigt dir unser Bewerbungs-Kit. Damit räumst du Bedenken zur Remote-Arbeit im Ausland direkt aus.

Du möchtest erst vergleichen, bevor du auswanderst? Dann schau dir das Festland an oder Mallorca, das näher an der alten Heimat liegt. Viele testen das Inselleben zuerst im Urlaub oder bei einer Workation, bevor Freunde und Familie vom endgültigen Schritt erfahren.

FAQ: Die häufigsten Fragen zum Auswandern

Kann ich als Deutscher einfach auf die Kanaren auswandern?

Ja, als EU-Bürger darfst du ohne Visum einreisen, bleiben und arbeiten. Ab drei Monaten meldest du dich an: NIE-Nummer beantragen, Wohnsitz per Empadronamiento registrieren und das Certificado de Registro abholen. Du brauchst dafür eine Krankenversicherung und den Nachweis, dass du finanziell auf eigenen Beinen stehst.

Welche Insel ist die beste zum Leben und Arbeiten?

Für Remote Worker sind Gran Canaria und Teneriffa die erste Wahl, weil Coworking, schnelles Internet und Community dort am dichtesten sind. Las Palmas gilt als Nomaden-Hauptstadt, der Süden von Teneriffa punktet mit Sonnengarantie, der Norden um Puerto de la Cruz mit authentischem Alltag. La Palma und La Gomera passen eher zu Ruhesuchenden mit fertigem Setup.

Wie viel Geld brauchst du, um nach Teneriffa auszuwandern?

Kalkuliere laufende Ausgaben von 1.150 bis 1.750 € plus ein Polster für mindestens sechs Monate, das Kaution, Umzug und Anlaufzeit abdeckt. Viele starten mit 8.000 bis 12.000 € Rücklage entspannt in die Auswanderung. Wer zuerst eine Zeit lang zur Probe bleibt, findet schnell heraus, wie günstig oder teuer der eigene Lebensstil wirklich ist.

Dein nächster Schritt Richtung Atlantik

Auswandern nach Teneriffa oder Gran Canaria verbindet Abenteuer mit Sicherheit: EU-Regeln, kaum Zeitverschiebung und trotzdem Vulkane, Ozean und Sonne fast ohne Pause. Buch dir vor der endgültigen Auswanderung zwei oder drei Wochen zur Probe, am besten außerhalb der Hochsaison. Vor Ort merkst du schnell, ob dir das Leben auf Teneriffa oder in Las Palmas mehr liegt.

Parallel sicherst du dir das Fundament: ein ortsunabhängiges Einkommen. Stöbere durch die aktuellen Stellen, bring deine Unterlagen mit dem Bewerbungs-Kit in Form und dann buch den Flug. Der ewige Frühling wartet schon.

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